Die Wissensplattform für erfolgreiche Unternehmer und Top-Manager
Forschung & Entwicklung
Geschäftsmodell und Social Media

Der Weg zur strategischen Anwendung

Dr. Michael Beier (Autor), Prof. Dr. Kerstin Wagner (Autor)

01.01.14 - 08:45

Erfolg in Social Media hängt von einer guten medialen Umsetzung ab, so die weit verbreitete Ansicht. Vielen KMU ist jedoch nicht klar, warum sie sich engagieren sollen. Wenn Social-Media-Aktivitäten von einem «symbolischen» zu einem strategischen Engagement entwickelt werden sollen, müssen diese eng an die Geschäftslogik des KMU gekoppelt werden.

Tabs

Seite 4

3. Wie gelingt es, diese Zwecke zu erreichen?

Je genauer die Zielgruppen und die Zwecke benannt sind, desto konkreter kann auch daran gearbeitet werden, die Zielgruppen zu diesen zu motivieren. KMU sollten sich nicht nur darauf konzentrieren, ihre eigenen Absichten als Botschaften zu kommunizieren. Zunächst geht es erst mal darum, den Usern etwas zu geben, was diesen einen direkten Nutzen bringt. Daher ist es sehr wichtig, die Zielgruppen klar abzugrenzen, damit eine konkrete Vorstellung entwickelt werden kann, was diese mögen und nachfragen. Nützliche Inhalte können z.B. aus Unterhaltung oder relevanten Informationen bestehen.

Werden die User gut mit relevanten In­halten bedient, dürfen dann auch Botschaften mit eigenen Zielen eingebracht werden. Trotzdem sind plumpe Werbebotschaften (im Outbound-Bereich) in den meisten Fällen zu vermeiden, ausser die Kanäle versprechen dies explizit (z. B. Sonderangebote, Aktionen). Im Inbound-Bereich geht es eher darum, Meinungen und Informationen von der Zielgruppe abzufragen. Es erscheint grundsätzlich ratsam, die eigenen Absichten nach dem «Foot-in-the-Door»-Prinzip langsam zu steigern, und stets darauf zu achten, wie die Community darauf reagiert.

4. Wo sind die Zielgruppen zu erreichen und die Beziehung zu etablieren?

Die vierte Frage bezieht sich darauf, wo die jeweiligen Zielgruppen überhaupt zu erreichen sind. Nur mit einer klaren Definition der Zielgruppe und der Zwecke lässt sich ableiten, in welchen sozialen Medien die jeweiligen Beziehungen zu etablieren sind. Über alle Social-Media-Plattformen existieren Statistiken zu demografischen Merkmalen, in denen erkennbar ist, inwieweit welche User-Gruppen dort vertreten sind. Zudem kann das Unternehmen selbst recherchieren, in welcher Zahl und inwieweit bereits User in bestimmten Plattformen zu relevanten Themen und Inhalten kommunizieren. Die einzelnen SocialMedia-Plattformen unterscheiden sich zudem auch darin, welche Inhalte in welchen Interaktionsformen kommuniziert werden. Es gibt Plattformen, die eher auf bestimmte Content-Formate ausgerichtet sind (z. B. YouTube für Videos oder Pinterest für Fotos), andere, die eher auf kundenspezifische Profile und deren Vernetzung fokussieren (z. B. Xing und LinkedIn im B2B-Bereich) oder jene, auf denen Inhalte frei kursieren (z. B. Twitter). In den letzten Jahren ist eine zunehmende Konsolidierung zwischen den Plattformen zu beobachten, so dass mittlerweile die meisten Plattformen die üblichen Funktionalitäten in irgendeiner Form anbieten. Letzten Endes geht es darum, die Plattformen zu identifizieren, in der eine der eigenen Zielgruppen hinreichend vertreten ist und in der auf eine Art und Weise kommuniziert wird, die zum Unternehmen und dessen Absichten passt.

Porträt

Dr. Michael Beier (Autor)

Senior Researcher SIFE

Michael Beier ist Senior Researcher am Schweizerischen Institut für Entrepreneurship SIFE an der HTW Chur. In Forschung und Beratung beschäftigt er sich mit sozialen Beziehungen und Netzwerken in betriebswirtschaftlichen, technischen und medialen Kontexten.

Prof. Dr. Kerstin Wagner (Autor)

Schwerpunktleiterin SIFE

Kerstin Wagner ist Leiterin des Schwerpunkts Gründung und Wachstum im Schweizerischen Institut für Entrepreneurship SIFE und Professorin an der HTW Chur. In der Forschung und Beratung beschäftigt sie sich mit Gründungs- und Wachstumsprozessen in KMU, neuen Geschäftsfeldern und -modellen in Off- und Online-Welten sowie der strategischen Ausrichtung von Social-Media-Aktivitäten.