Die Wissensplattform für erfolgreiche Unternehmer und Top-Manager
Finanzen & Vorsorge
Studie: Verwaltungsräte

Stabile Honorare für das oberste Exekutivorgan

Michael Sommer (Autor)

01.07.11 - 16:45

Das typische Verwaltungsratsmitglied ist männlich, 50 bis 59 Jahre alt, arbeitet in der deutschsprachigen Schweiz, hat zwei bis drei VR-Mandate und verdient durchschnittlich 25 500 Franken. Damit sind die VR-Löhne seit 2008 ungefähr stabil geblieben.

Tabs

Seite 4

Mehrere Mandate

Bei der diesjährigen Durchführung der Verwaltungsratsstudie wurde erstmalig auch die Anzahl der ausgeübten VR-Mandate erhoben. Der Umfang anderer Verwaltungsratsmandate ist laut BDO ein Indiz für die Professionalisierung der VR-Tätigkeit. Das Ausüben einer Vielzahl von Verwaltungsratsmandaten spreche für eine hohe Professionalität. Die höchste durchschnittliche Anzahl an ausgeübten Verwaltungsratstätigkeiten findet sich bei Banken, wo VR-Präsidenten durchschnittlich 3,1 Verwaltungsratsmandate ausüben.

In der Bauwirtschaft sind Verwaltungsratspräsidenten häufig auch noch in anderen Verwaltungsräten aktiv. 40 Prozent der Verwaltungsratspräsidenten und im Durchschnitt 46 Prozent der anderen VR-Mitglieder verfügen nur über ein Verwaltungsratsmandat. Im Gegensatz dazu haben 17 Prozent der VR-Präsidenten und acht Prozent der übrigen VR-Mitglieder fünf oder mehr Verwaltungsratsmandate inne.

Die Familienunternehmen

Insgesamt sind 77 Prozent der untersuchten Unternehmen Familienunternehmen. Am höchsten liegt dieser Anteil bei den Klein- und Kleinstunternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitenden. Mit zunehmender Unternehmensgrös­se nimmt der Anteil der Familienunternehmen ab, wobei auch bei den befragten Grossunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden noch mehr als 60 Prozent Familienunternehmen sind. Familienunternehmen entlohnen den VR-Präsidenten durchschnittlich deutlich besser als Nicht-Familienunternehmen. Der Grund hierfür dürfte BDO zufolge sein, dass der VR-Präsident in Familienunternehmen zu 89 Prozent Mitglied der Inhaberfamilie ist und zudem häufig eine Personalunion zwischen der Geschäftsleitung und der Führung des Verwaltungsrats besteht. Auf die anderen Funktionen trifft das Gegenteil zu: Hier zahlen Nicht-Familienunternehmen durchschnittlich eine höhere Entlohnung, zum Teil auch aufgrund der durchschnittlich grösseren Mitarbeiterzahl von Nicht-Familienunternehmen.

Unterschiede zeigen sich ebenfalls im Hinblick auf die Grösse des Verwaltungsrats. Bei Unternehmen bis 500 Mitarbeitenden ist der Verwaltungsrat von Familienunternehmen kleiner als der von Nicht-Familienunternehmen. Diese Unternehmen versuchen laut BDO-Umfrage vermutlich die Kontrolle über das Unternehmen in der Familie zu behalten und scheuen daher die Aufnahme weiterer, externer VR-Mitglieder. Dies deckt sich mit dem Befund, dass es in Familienunternehmen mehrheitlich (64 Prozent) eine Personalunion von Geschäftsleitung und der Führung des Verwaltungsrats gibt. Bei Nicht-Familienunternehmen ist dies lediglich in 38 Prozent der Fälle gegeben.