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Finanzen & Vorsorge
Vergütungssysteme (Teil 2 von 2)

Der Weg zu einer zukunftsfähigen Vergütung

Dr. Leonhard Fopp (Autor), Dr. Hans-Rudolf Germann (Autor)

01.09.12 - 11:45

Während im ersten Artikel («KMU-Magazin», Ausgabe 6/7-12) die Praxis der heutigen Vergütung in der Schweiz näher durchleuchtet wurde, sollen im vorliegenden zweiten Beitrag zu diesem Thema neben den Grundlagen und Elementen einer zukunftsfähigen Vergütung auch konkrete Anwendungshinweise und Handlungsempfehlungen gegeben werden.

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Vergütung und Aufgaben des VR

Die Vergütung der Verwaltungsräte richtet sich nach der Komplexität der Unternehmenssituation, der geforderten Kompetenz, dem zeitlichen Einsatz und dem Reputationsrisiko. Die Entschädigungen sind gemäss ASCO-Empfehlung fix, die Auszahlung kann teilweise Aktien beinhalten. Leistungsabhängige Bezahlungen sind nicht erwünscht. Zwischen der Vergütungshöhe des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung ist unter Berücksichtigung des Beschäftigungsgrades zudem ein besseres Gleichgewicht anzustreben.

Der Verwaltungsrat hat seine Rolle und Aufgaben bezüglich der Vergütung der Geschäftsleitung stärker wahrzunehmen. Nach heutigen Anforderungen ist eine Zusammensetzung und Strukturierung des Verwaltungsrates durch ein Organisationsreglement auszugestalten. Dabei werden (vor allem in grösseren Firmen) Ausschüsse gebildet, welche unterschiedliche Aufgaben in ihrer Funktion wahrnehmen.

Als Beispiel sei hier der Vergütungsausschuss (in KMU meistens der ganze VR) erwähnt, welcher sich unter anderem mit folgenden Themen auseinandersetzt:

  • Definition und jährliche Überprüfung der Entlohnungseckwerte für das Unternehmen
  • Beantragung der Gesamtentschädigungshöhe der gesamten Unternehmensleitung und des Vorsitzenden
  • Unterstützung des VR bei der Festlegung der Vergütungspolitik auf oberster Unternehmensebene und die Nutzung von externen Marktdaten vergleichbarer Unternehmen
  • Erarbeitung des Vergütungskonzepts für den Verwaltungsrat sowie die Genehmigung des Vergütungssystems für alle Mitarbeitenden

In kleinen und mittleren Unternehmen fehlen teilweise die nötigen Fachkenntnisse, um solche Steuerungsaufgaben wahrzunehmen. Demzufolge ist es für den Verwaltungsrat manchmal äusserst schwierig, einen geschäftsstrategischen Handlungsbedarf zu erkennen, zu formulieren und durchzusetzen. Aus diesem Grund empfiehlt sich ein regelmässiger Audit durch externe, unabhängige Experten.

Das ASCO-Vergütungsmodell liefert Entscheidungsträgern aus der Wirtschaft konkrete Handlungsempfehlungen und Lösungsvorschläge für die Konzeption eines nachhaltigen und situativ anpassbaren Vergütungssystems unter Berücksichtigung der nationalen Werte und globalen Entwicklungen. Möchte ein Unternehmen langfristig seinen Erfolg steigern, muss eine gründliche Auseinandersetzung mit dem Thema Vergütung erfolgen.

Der vorliegende Artikel basiert auf dem aktuellen White Paper «Schweizer Vergütungsmodell» der ASCO Think, die Denkfabrik der ASCO (Association of Management Consultants Switzerland). www.asco.ch

Porträt

Dr. Leonhard Fopp (Autor)

Inhaber Continuum AG

Dr. Leonhard Fopp ist Inhaber/CEO der Continuum AG in Zürich. Er ist auf Familienunternehmen sowie Unternehmerfamilien spezialisiert und betreut Projekte zur Unternehmensentwicklung und zur Unternehmernachfolge. Weitere Spezialitäten sind Corporate-Governance-Lösungen.

Dr. Hans-Rudolf Germann (Autor)

Inhaber GMC Germann Management Consulting

Dr. Hans-Rudolf Germann CMC ist seit 14 Jahren Geschäftsinhaber der GMC Germann Management Consulting. Als selbstständiger Unternehmensberater ist er ein Management-Assessment-Spezialist, der gleichzeitig über eine langjährige Beratungserfahrung im Executive Coaching, in der Team- und Organisationsentwicklung sowie über HRM-Praxis verfügt.

Serie

Die Teile der Serie «Vergütungssysteme (von Gebi Küng)» erscheinen wie folgt: