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Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Pawlow’sche Reflexe auch bei Menschen nachweisbar sind. Werden sie nachdrücklich einem Reiz ausgesetzt, können sie auf bestimmte Verhaltensweisen konditioniert werden. Diese Erkenntnis kann positiv genutzt werden, etwa in der Behandlung von Ängsten durch Gegenkonditionierung. Bedenkenswert wird es dagegen, wenn ideologische Konditionierung greifen soll. Die Versuchung, das für Manipulationen geeignete Instrumentarium zu nutzen, ist vor allem für Politik und Medien gross. Geradezu beispielhaft zeigt das Brexit-Votum, wie schnell EU-Kritik den Verstand in die Warteschleife schicken und vor allem in Brüssel und auch westeuropäischen Leitmedien konditionierte Reflexe auslösen kann.


Bisher, zwei Monate nach dem Brexit-Votum, sind entgegen entsprechender Ankündigungen keine Katastrophen erkennbar. Schlagzeilen zum Thema sind selten, vor allem verdrängt vom US-amerikanischen Wahlkampf und einem beispiellosen Kandidaten-Bashing. Natürlich werden im Hintergrund weiter politische und wirtschaft-liche Strippen gezogen, um zukünftige Gestaltungsspielräume zwischen Grossbritannien, der EU und anderen europäischen Ländern auszuloten. Mehr als zehn neue Freihandelsabkommen hat die neue britische Regierung bereits auf ihrer Agenda. Auch in der Schweiz wird sondiert, ob und wie mit London ein möglichst umfassendes bilaterales Freihandelsabkommen verhandelt werden könnte. Die EU-Vertreter sollten also auch in eigenem Interesse den Weg zur lösungsorientierten Diplomatie zurückfinden.


Wie dieser Weg aussieht und mit welchen konkreten, langfristigen Folgen auch in der Schweiz zu rechnen ist, vermag niemand zu prognostizieren. Sicher ist, dass die wirtschaftlichen wie auch politischen Rahmenbedingungen nicht einfacher werden. Die wachsenden Herausforderungen verlangen mehrdimensionale Lösungen. Eine Möglichkeit, auf diesem Feld neue Ideen zu generieren, kann die Optimierung von Verhandlungsprozessen sein. Der Einbezug sämtlicher Stakeholder, ein koordiniertes und systematisiertes Vorgehen sowie ein kreatives Verhandeln sind die Grundpfeiler dafür. Das gilt im Zusammenspiel zwischen KMU und ihren Marktteilnehmern ebenso wie für das zwischen Bundesrat und der EU.


P.S.: Mehr zum Thema Verhandlungsprozesse lesen Sie ab der Seite 6. Den Zugang zu unserem Online-Archiv finden Sie im Impressum, Seite 98.



Michael Sommer

Chefredaktor