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Digitalisierung & Transformation
Unternehmensentwicklung

Geschäftsmodelle für die digitale Welt

Christoph Grosser (Autor), Dr. Christian Huldi (Autor)

01.06.15 - 09:45

Digitale Technologien werden nicht nur Wertschöpfungsketten, Organisationsstrukturen, Prozesse oder Geschäftsmodelle verändern, sondern gesamte Unternehmen und Branchen. Daher gilt es, das Thema im eigenen Unternehmen nachhaltig voranzutreiben und Anpassungen vorzunehmen.

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Einige Geschäftsmodelle in der digitalen Welt

Die Digitalisierung ist ein Garant für Veränderungen. Sie fordert ständige Anpassungen des eigenen Geschäftsmodelles, vor allem im technischen und konzeptionellen Sinn. Um darauf schnell und effektiv reagieren zu können, sind Unternehmen häufig auf der Suche nach erfolgreichen Modellen, die sich rasch übernehmen und den eigenen Bedürfnissen anpassen lassen. Doch eine pauschale Übernahme ist vor allem in der digitalen Welt kein Erfolgsrezept. Oft lässt sich das Gesamtkonzept nicht durchschauen. Noch dazu entwickeln sich die Branchen pausenlos weiter. Daher gilt es genau abzuwägen, welches dieser Modelle erfolgsversprechend ist.

Frist-and-fast-Mover-Modell

Geschwindigkeit hat in der digitalen Welt eine grosse Bedeutung. Es geht aber nicht darum, der Schnellste oder Erste zu sein. Das Erfolgsgeheimnis liegt im perfekten Timing. Es wird auf relevante Zukunftsthemen gesetzt und dafür Lösungen entwickelt. Funktioniert einmal eine Neuerung nicht, wird sie sofort wieder vom Markt genommen und das Konzept angepasst.

Free-Modell

Kostenlose Inhalte im frei zugänglichen Internet anzubieten entspricht der Konzeption des Mediums. Es setzt aber voraus, dass Umsätze über andere Wege eingenommen werden können. Mit kostenlosen Angeboten und eingeschränktem Nutzungsangebot wird versucht, Kunden an sich
zu binden. Ein Wechsel zu einem Mitbewerber wäre mit Kosten oder Aufwand verbunden. Möchte jemand weitere Dienste nutzen, muss er für das zusätzliche Angebot bezahlen. Dies ist aber nur möglich, wenn das zusätzliche Angebot einen echten Mehrwert bietet und somit den zahlenden vom kostenlos profitierenden Kunden deutlich abgrenzt.

Disruptive-Modell

«Selbstkanibalismus» oder «kreative Zerstörung» macht Platz für neue Produkte und Konzepte. Zunächst werden deutlich schlechtere, aber preiswerte Produkte auf den Markt gebracht, die sich Leistungsmässig schnell steigern und neue Kundengruppen erschliessen. Jahrelang erfolgreiche Technologie wird letztlich abgelöst. Geschehen ist dies zum Beispiel im Segment der Digitalkameras, die in der Anfangszeit niemals als Ersatz für analoge Spiegelreflexkameras bei Profifotografen infrage kamen.

Long-Tail-Modell

Statt auf wenige Massenprodukte zu setzen, werden unzählige günstige Nischenprodukte vertrieben. Der digitale Verkauf und die einfache Präsentation der Produkte im Internet ermöglichen die Kosten im Rahmen zu halten. Anbieter binden Nutzer häufig aktiv mit ein, indem sie selbst einen Anteil am Inhalt und Aufbau des Produktes erstellen.Werden die angepeilten Absatzzahlen nicht erreicht, nimmt in der Regel auch die Qualität der Produkte ab. Das Modell läuft Gefahr, zur Kostenfalle zu werden. Erfolgreicher ist es, auf Produkte-Upgrades zu setzen. Der Long Tail wird dabei nicht durch eine Masse von Produkten aufgebaut, sondern durch die konstante Verbesserung.

Predictive-Business-Modell

Gesammelte Daten werden analysiert und die Ergebnisse genutzt, um Kunden in Zukunft besser und individueller zu bedienen. Durch die Auswertung von Daten können Absatzmärkte berechnet, neue Produkte entworfen und Preise bestimmt werden. Das Verhalten der Kundschaft wird gleichzeitig besser vorhersagbar und der Erfolg berechenbarer. Das Internet ermöglicht es den Unternehmen, durch Beobachtungen und Analysen den Nutzer besser zu verstehen und sein Verhalten genauer vorhersagen zu können. Dabei geht es um die Abbildung von Regeln, also Algorithmen, die für das Geschäft auf digitalen Plattformen wichtig sind und durch Softwareagenten ermittelt werden.

Porträt

Christoph Grosser (Autor)

Strategieberater, geschäftsführender Partner

Christoph Grosser ist geschäftsführender Partner bei der Crinera GmbH. Der Unternehmer, Strategieberater und Sparringspartner entwickelt seit mehr als 20 Jahren Wachstumsstrategien und treibt Innovations- und Wachstumsprozesse in Unternehmen vorwärts. Er entwickelt und konkretisiert Geschäftsmodelle für die Zukunft und sorgt für deren erfolgreiche Umsetzung. Als Mitinitiant hat er den «Unternehmer-Circle» für den Ideen- und Gedankenaustausch von Unternehmern sowie den «Digit Summit» ins Leben gerufen.

Dr. Christian Huldi (Autor)

Strategie, CRM, Fachdozent, Sparringspartner

Dr. oec. Christian Huldi ist Inhaber der Data Crea AG. Er gilt als einer der führenden Experten in den Themenbereichen (strategisches) CRM, strategisches Dialog-Marketing sowie Database-Marketing (heute auch «Big Data» – Schwerpunkt Marketing / CRM). Daneben ist Christian Huldi Fachdozent an diversen Institutionen und (Fachhoch-) Schulen im In- und Ausland und Referent an nationalen und internationalen Kongressen.