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Digitalisierung & Transformation
Digitale Transformation in KMU (Teil 7 von 7)

Das Finale im Managementprozess: Gestalten, Steuern, Kontrollieren

Prof. Dr. D. Georg Adlmaier-Herbst (Autor), Prof. Dr. Dr. Thomas Schildhauer

29.03.18 - 06:15

Die Serie «Digitale Transformation in KMU» zeigt, welche Bausteine zur Digitalisierung gehören, wie sich der Managementprozess gestaltet und wie ein Unternehmen den Change in der Praxis umsetzen kann. Dieser siebte und letzte Teil der Serie erläutert die gestalterische Umsetzung der Massnahmen und die Erfolgskontrolle im Digitalisierungsprozess.

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Wann steuern und kontrollieren Sie?

Für Steuerung und Kontrolle der Zielerreichung gibt es drei Zeitpunkte:

Vor dem Prozess: Sie können Ihre Pläne noch einmal sorgfältig prüfen, ob sie stimmig und schlüssig sind, ob Sie an alles gedacht haben und ob der Plan zum Erfolg Ihres Unternehmens beitragen wird. Sie können auch die Ausgestaltung der Massnahmen einem Vorab-Test (Pre-Test) unterziehen. Zum Beispiel fragen Sie die von der Weiterbildung Betroffenen, ob die geplanten Workshops deren Gefallen finden. Sie können Testpersonen die Information im Intranet bewerten lassen; Sie könnten die Aufgabe stellen, Informationen über die Digitalisierung zu recherchieren und dabei laut darüber zu reden, wie sie dies erleben (Test: Protokoll lauten Denkens).

Während des Prozesses: Prüfen Sie die Zielerreichung während der Durchführung, zum Beispiel die tatsächliche Umsetzung der geplanten Massnahmen. Für die fortlaufende Prüfung ist das Formulieren von Zwischenzielen sinnvoll, also den Stand des Erreichten nach einem Quartal, nach zwei und drei Quartalen.

Nach dem Prozess: Möglicherweise wird es diese Ziele nicht geben, weil die Digitalisierung fortlaufend ist und nie endet. Was Sie aber sicher prüfen können, sind Prozessabschnitte.

Wie steuern und kontrollieren Sie?

Für das Steuern und Kontrollieren empfehlen wir Ihnen, zum einen quantitative, messbare Zahlen zu verwenden, wie Umsatz- und Renditezahlen; zum anderen sind auch qualitative Faktoren wichtig wie die Motivation der Beteiligten im Unternehmen. Als Quellen können Sie zum Beispiel die folgenden quantitativen Daten zu Hilfe ziehen:

  • betriebswirtschaftliche Kennzahlen wie Umsatz, Rendite
  • interne Berichte aus Teams, Projekten und Prozessen
  • Kundenbeobachtungen, zum Beispiel Kaufverhalten in Ihrem Onlineshop

Und für qualitative Aussagen nutzen Sie am besten Folgendes:

  • Befragungen von Mitarbeitenden
  • Befragungen von Kunden
  • Beobachtungen des Arbeitsalltags der Betroffenen

In der Umsetzung gestalten Sie Ihre Massnahmen konkret aus (Workshops und Initiativen). Sie erfahren so, welche Beteiligte Sie hinzuziehen müssen (Agenturen, Berater etc.), weil dies mit Bordmitteln nicht professionell möglich ist. Legen Sie fest, wie Sie den Digitalisierungsprozess steuern und wann sie die erzielten Ergebnisse bewerten wollen. Das kann nur auf der Grundlage zuvor gemessenen Ziele (Inhalt, Ausmass, Zeitbezug) erfolgen.

Dieser Beitrag hat die letzten beiden Schritte des Management-Prozesses der Digitalisierung skizziert. In den kommenden Ausgaben werden Einzelthemen aus dem Berliner Management Modell für die Digitalisierung (BMM) vertieft.

Porträt

Prof. Dr. D. Georg Adlmaier-Herbst (Autor)

Dozent, Berater

Prof. Dr. D. Georg Adlmaier-Herbst ist Honorarprofessor und Scientific Director der Forschungsstelle «Berliner Management Modell für die Digitalisierung (BMM)» am Berlin Career College der Universität der Künste Berlin. Er ist zudem Gastprofessor und Dozent an verschiedenen internationalen Hochschulen, unter anderem  in St. Gallen (HSG), Luzern (HSLU), London, Schanghai und Riga.

Adlmaier-Herbst ist ausserdem weltweit als Berater für Unternehmen, Organisationen und Personen tätig. 2011 wurde er von der Zeitschrift «Unicum Beruf» zum «Professor des Jahres» gewählt. Er ist Mitglied im Rat der Internetweisen. Adlmaier-Herbst hat 20 Bücher über Marketing und Unternehmenskommuni­kation geschrieben.

Prof. Dr. Dr. Thomas Schildhauer

Dozent, Internetforscher

Prof. Dr. Dr. Schildhauer – Informatiker, Marketingexperte und Internetforscher – ist Inhaber der Universitätsprofessur Electronic Business mit Schwerpunkt Marketing an der Universität der Künste Berlin. Er gründete 1999 und leitet seitdem als Direktor das Institute of Electronic Business e. V. (IEB); er hat zudem die Verantwortung für das Berlin Career College im Zentralinstitut für Weiterbildung (ZIW), das die Weiterbildungsangebote der Universität der Künste Berlin bündelt. In diesen Funktionen verantwortet er mehrere Masterstudiengänge. Er lehrt ausserdem als Dozent im «Master Business Innovation» an der Universität St. Gallen. Als Direktor des Alexander von Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft gGmbH forscht Schildhauer transdisziplinär, insbesondere über das Themenfeld «Internet enabled innovation».